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Bericht zum Impulsvortrag zur psychologischen Sicherheit mit Kurzrezension

Beim Netzwertreffen am 11.März 2026 im Netzwerk Supervision und Coaching Raum Nürnberg hielt unser Kollege Jens Walter einen inspirierenden Impulsvortrag zum Thema psychologische Sicherheit nach dem Konzept von Amy C. Edmondson.

Beim Netzwertreffen am 11.März 2026 im Netzwerk Supervision und Coaching Raum Nürnberg hielt unser Kollege Jens Walter einen inspirierenden Impulsvortrag zum Thema psychologische Sicherheit nach dem Konzept von Amy C. Edmondson. Er stellte die vier Zonen: Komfort-Zone, Apathie-Zone, Angst-Zone und Zone des Lernens vor, was diese bedeuten und was Führungskräfte bzw. Teams tun können um aus der Angst -, bzw. Apathie -Zone herauszukommen. Abschließend erlebten die Teilnehmenden in einer Übung, wie sie sich in den verschiedenen Zonen fühlen und was für Bedingungen sie brauchen, wenn sie in der Komfort-Zone bzw. in der Zone des Lernens sind. Auch, dass es durchaus sinnvoll ist, zwischen der Komfort–und Zone des Lernens zu wechseln, konnten wir erleben.

Das Konzept der psychologischen Sicherheit ist anschlussfähig an Supervision, da es die Offenheit fördert, Themen ehrlich anzusprechen und zu sich selbst zu stehen. Es unterstützt den konstruktiven Umgang mit Vielfalt und ermöglicht es Gruppen, sich auf gemeinsame Vorgehensweisen und Entscheidungen zu verständigen – getragen von Respekt, Akzeptanz und dem Bewusstsein für persönliche Grenzen.

Besonders eindrücklich erscheint mir, dass psychologische Sicherheit innerhalb einer Person stark variieren kann. Ein Beispiel aus einer Supervision verdeutlicht dies: Ein Mitarbeiter in der Probezeit spricht offen einen Fehler in der Produktentwicklung an. Im Team wird dies konstruktiv und wertschätzend bearbeitet – er befindet sich hier klar in der Lern-Zone. Gleichzeitig erlebt er in einem anderen Kontext Unsicherheit: Sexistische und diskriminierende Äußerungen sowie der hohe Geräuschpegel im Großraumbüro belasten ihn. Aus Angst vor negativen Konsequenzen spricht er dies nicht an – hier bewegt er sich in der Angst-Zone.

Eine klare Empfehlung zur Vertiefung ist das bei Haufe im Februar 2026 erschienene Buch von Karin Lausch: „Feel Safe. Be Brave. Wie wir mit psychologischer Sicherheit besser zusammenarbeiten und mutiger entscheiden“

Der Autorin gelingt mit diesem Buch ein überzeugender und gleichzeitig praxisnaher Blick auf psychologische Sicherheit in der Arbeitswelt. Ein Thema, das oft abstrakt bleibt, wird hier greifbar und konkret.

Besonders hilfreich ist die klare Einordnung: Psychologische Sicherheit bedeutet nicht Konfliktvermeidung, sondern schafft die Grundlage dafür Themen und ggf. Kritik offen anzusprechen. Genau darin liegt ihr Wert für Teams, die sich weiterentwickeln wollen.

Die Gliederung entlang der fünf Vs – Vereinbarung, Vertrauen, Verbindung, Verantwortung und Veränderung – bietet eine klare und praktikable Orientierung, wie psychologische Sicherheit erreicht werden kann. Die Mischung aus persönlichen Erfahrungen und Praxisbeispielen macht das Buch lebendig und praxisnah. Ein inspirierendes Buch mit vielen Denkanstößen für den Arbeitsalltag.